Steigende Energiekosten und das Bewusstsein für den Klimaschutz treiben viele Haushalte dazu, nach Wegen zu suchen, um ihren Stromverbrauch zu senken. Eine häufig empfohlene Stromspar-Methode ist das Absenken der Raumtemperatur durch das vollständige Ausschalten der Heizung. Doch ein Ingenieur warnt davor, dass diese beliebte Praxis nicht nur ineffizient ist, sondern auch potenziell gefährlich sein kann. Viele Verbraucher glauben, dass es mehr Energie kostet, die Heizung ständig ein- und auszuschalten, als sie einfach durchlaufen zu lassen. Doch diese Sichtweise könnte kostspielige Folgen haben.
Der Energieexperte Martin Brandis von der Verbraucherzentrale erklärt, dass dieses Vorgehen das Gegenteil bewirken kann. Statt langfristig Energieeinsparung zu erzielen, führt es oft zu einem höheren Stromverbrauch. Besonders in gut gedämmten Häusern kann ein Absenken der Temperatur über mehrere Stunden durchaus sinnvoll sein. Bei längeren Abwesenheiten, zum Beispiel in der Nacht, rät Brandis dazu, die Heizung abzusenken. Dies vermindert nicht nur den Stromverbrauch, sondern verhindert auch Schimmelbildung.
Ein weiterer häufig gehörter Mythos besagt, dass das Licht in Räumen besser ganz gelassen werden sollte, um das häufige Ein- und Ausschalten zu vermeiden. Brandis nennt dies eine Halbwahrheit. Bei traditionellen Glühlampen kann ein höherer Energieverbrauch beim Einschalten auftreten, jedoch nur für einen sehr kurzen Zeitraum. Es wird dringend empfohlen, das Licht auszuschalten, wenn der Raum länger als drei Minuten verlassen wird.
Zusätzlich wird oft die Nutzung von Kombi-Geräten als energiesparend angesehen. Dies ist jedoch eine weitere Irreführung; moderne und separate Wasch- und Trockengeräte sind in der Regel effektiver, insbesondere wenn es um Wasser- und Energieverbrauch geht. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, Wäsche lufttrocknen zu lassen, um maximal zu sparen.
Das Volumen eines Kühlschranks soll auch Einfluss auf die Energieeffizienz haben. Es ist jedoch viel wichtiger, auf die Größe und die Energieeffizienzklasse des Modells zu achten als darauf, ob der Kühlschrank voll ist. Ältere Geräte verbrauchen tendenziell mehr Strom und sollten rechtzeitig ersetzt werden, um unnötige Kosten zu vermeiden.
Wer sich von diesen Mythen distanziert und gezielt aufs Energiesparen achtet, der kann nicht nur Geld sparen, sondern auch aktiv zur Nachhaltigkeit beitragen. Ein klügerer Umgang mit Heizung, Elektrogeräten und Licht führt langfristig zu einem gesünderen Zuhause und geringeren Energiekosten.