Führerschein ab 70 nur noch befristet? Was Experten jetzt fordern

20. Februar 2026

In den letzten Monaten ist das Thema „Führerschein ab 70 Jahren“ in der EU und in Deutschland verstärkt in den Fokus gerückt. Angesichts der steigenden Zahl älterer Autofahrer fordern Experten regelmäßige Gesundheitschecks für Senioren, die ihre Fahrerlaubnis behalten möchten. Die zentrale Frage ist, ob solche Maßnahmen tatsächlich zur Verkehrssicherheit beitragen oder ob sie diskriminierend wirken. Das Fahrverhalten älterer Menschen zeigt häufig, dass sie sicherheitsbewusst unterwegs sind, doch gesundheitliche Einschränkungen können unbeobachtet bleiben. Diese Debatte zeichnet sich durch unterschiedliche Standpunkte aus, die von der Notwendigkeit von Checks bis hin zu den Bedenken der Senioren reichen.

Das momentan geltende Recht in Deutschland sieht vor, dass Senioren ihren Führerschein in der Regel lebenslang behalten können, sofern keine gesundheitlichen Bedenken bestehen. Die Diskussion um die Altersgrenze hat besonders an Fahrt aufgenommen, nachdem die EU 2023 Vorschläge für neue Regelungen vorgestellt hat. Diese sehen vor, dass ab 70 Jahren alle fünf Jahre ein Nachweis über die Fahrkompetenz erbracht werden muss. Während einige Länder wie die Schweiz oder Italien bereits regelbasierte Checks eingeführt haben, bleibt Deutschland bei der Freiwilligkeit. Besonders umstritten ist hierbei die Frage, wie solche Prüfungen konkret aussehen würden und ob sie wirklich einen Mehrwert für die Verkehrssicherheit bringen.

Ein wesentlicher Punkt in der Diskussion ist die Wahrnehmung von Autofahrern über 70 Jahren. Eine Vielzahl der älteren Generation ist körperlich fit und verhält sich sicher im Straßenverkehr. Kritiker der verpflichtenden Gesundheitschecks warnen vor Stigmatisierung, da dies den Eindruck erwecken könnte, ältere Menschen seien generell weniger fahrtüchtig. Zudem könnte ein Verlust des Führerscheins in ländlichen Gegenden zu weitreichenden Einschränkungen der Mobilität führen. Die Eigenverantwortung der Senioren und ihre Fähigkeit zur Selbsteinschätzung stehen hierbei oft im Vordergrund, was von vielen als eine respektvolle Handhabung betrachtet wird.

Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass die Bundesregierung die Situation der Senioren im Straßenverkehr beobachten wird und mögliche gesetzliche Neuerungen in der Hinsicht kritisch prüfen wird. Während die Meinungen über die Vor- und Nachteile eines verpflichtenden Gesundheitschecks auseinandergehen, wird die Notwendigkeit eines Dialogs über Verkehrssicherheit und die Mobilität älterer Menschen unumstritten betont. Experten sowie die Politik stehen vor der Herausforderung, einen ausgewogenen Ansatz zu finden, der sowohl die Sicherheit im Verkehr fördert als auch die Rechte und die Unabhängigkeit der Senioren respektiert.