Nach einer Affäre: So läuft ein Scheidungsverfahren in Deutschland ab

25. Februar 2026

Die Trennung nach einer Affäre ist oft ein schmerzhafter Schritt, der zahlreiche rechtliche und finanzielle Fragen aufwirft. In Deutschland erfordert ein Scheidungsverfahren in der Regel ein Trennungsjahr, während dessen die Eheleute sich rechtlich und emotional von einander distanzieren müssen. Statistisch gesehen endeten im Jahr 2022 rund 137.400 Ehen mit einer Ehescheidung, was verdeutlicht, wie häufig dieser Prozess zu bewältigen ist. In diesem Artikel wird der gesamte Ablauf eines Scheidungsverfahrens beleuchtet, von den ersten Schritten über die Rolle des Anwalts bis hin zu den Kosten, die auf die betroffenen Paare zukommen.

Der Ablauf des Scheidungsverfahrens in Deutschland

Das Scheidungsverfahren setzt formell mit der Trennung ein. Die gesetzlich vorgeschriebene Trennungszeit von mindestens einem Jahr dient als Nachweis für das Scheitern der Ehe. Nach Ablauf dieses Jahres kann ein Ehepartner, unterstützt von einem Fachanwalt für Familienrecht, den Scheidungsantrag beim zuständigen Gericht einreichen. Ein häufig übersehener Aspekt ist, dass der Antrag bereits vor Ablauf des Trennungsjahres gestellt werden kann, wenn abzusehen ist, dass die Frist bald abläuft. Dies kann den gesamten Ablauf verkürzen.

Wichtige Schritte im Scheidungsverfahren

Der Ablauf des Scheidungsverfahrens umfasst mehrere zentrale Schritte:

  • Vollzug des Trennungsjahres: Mindestens ein Jahr.
  • Einreichung des Scheidungsantrags: Durch einen Anwalt.
  • Zahlung der Gerichtskosten: Vorab erforderlich.
  • Zustellung des Antrags: An den Partner.
  • Durchführung des Versorgungsausgleichs: Bei den Rentenansprüchen.
  • Festsetzung des Scheidungstermins: Kurze Gerichtssitzung.
  • Verkündung des Scheidungsbeschlusses: Mit anschließender Rechtskraft.

Kosten des Scheidungsverfahrens

Die Kosten eines Scheidungsverfahrens setzen sich aus beiden Gerichtskosten und den Anwaltsgebühren zusammen und bewegen sich je nach Streitwert, der oft vom Nettoeinkommen beider Partner abhängt, im Bereich von mindestens 917 Euro. Nur der antragstellende Ehepartner muss anwaltschaftlich vertreten sein. Bei einer einvernehmlichen Scheidung, wo beide Partner sich über wichtige Punkte einig sind, lassen sich Kosten erheblich einsparen. Eine frühzeitige und transparente Kommunikation über die Finanzen kann ebenfalls dazu beitragen, die Ausgaben zu minimieren.

Steuerliche und erbrechtliche Konsequenzen

Die steuerlichen Auswirkungen einer Scheidung sind erheblich. Ab dem Jahr nach der Trennung entfällt in der Regel die Möglichkeit der gemeinsamen steuerlichen Veranlagung. Zugleich sind Unterhaltszahlungen unter bestimmten Bedingungen steuerlich absetzbar, während der Zugewinnausgleich in der Regel steuerfrei bleibt. Diese Faktoren müssen unbedingt in die persönliche Finanzplanung einfließen.

Fazit zum Scheidungsverfahren

Eine informative Vorbereitung auf das Scheidungsverfahren kann den gesamten Prozess erleichtern. Es empfiehlt sich, alle relevanten Unterlagen zu sammeln und rechtzeitig einen Fachanwalt zu konsultieren. So können Unklarheiten vermieden und Ihre Interessen bestmöglich gewahrt werden. Denken Sie daran, dass sowohl die rechtlichen als auch die emotionalen Aspekte einer Scheidung ernst genommen werden müssen, um einen möglichst stressfreien Ablauf zu gewährleisten.